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Kurz erklärt
Beim Carry-Trade kommt der Ertrag nicht aus der Kursbewegung, sondern aus dem Zins. Wer eine Währung mit hohem Zins gegen eine mit niedrigem Zins kauft, bekommt vom Broker jede Nacht einen kleinen Betrag gutgeschrieben, den Swap.
Im Schema zählt der Swap als geschlossenes Ergebnis, Kerze für Kerze. Die gestrichelte Linie zeigt die Gewinnschwelle: Einstieg minus Swap. Sie sinkt langsam. Fällt der Kurs schneller als sie, ist der Ertrag von Wochen in wenigen Kerzen weg.
Welche Kosten im Tradelog stecken und wie du sie liest, erklärt Trading-Kennzahlen: Drawdown und Profit-Faktor. Wie groß eine Position bei weitem Stop sein darf, steht in Lotgröße und Risiko pro Trade.
Die Strategie im Schema
Ein gezeichneter Kursverlauf, keine Marktdaten. Erst der Fall, in dem die Regel aufgeht, dann derselbe Ablauf, wenn sie scheitert.
- Geschlossen
- ±0 Pips
- Offen
- –
- Volumen offen
- –
Schema, keine Marktdaten: ein gezeichneter Kursverlauf, Ergebnisse in Pips, gewichtet auf 0,10 Lot. Kein Backtest, keine Aussage über einen echten EA.
So handelt die Strategie
- Ein Währungspaar mit großer Zinsdifferenz wählen und die Währung mit dem höheren Zins kaufen.
- Die Position über Wochen oder Monate halten. Für jede Nacht schreibt der Broker Swap gut, solange er positiv ist.
- Der Swap verschiebt die Gewinnschwelle: Mit jedem Tag darf der Kurs etwas weiter unter den Einstieg fallen, bevor die Position insgesamt im Minus ist.
- Ein weiter Stop oder ein Verlustlimit begrenzt den Schaden, falls der Wechselkurs stark fällt.
- Ausstieg nach Plan, bei sinkender Zinsdifferenz oder am Stop.
Wo das Risiko sitzt
Der Swap ist klein und kommt jeden Tag, die Kursbewegung ist groß und kommt selten, aber dann schnell. In Krisenphasen verkaufen viele Marktteilnehmer gleichzeitig hochverzinste Währungen (Carry-Unwind). Ein solcher Rutsch kann den Swap-Ertrag von Monaten in wenigen Tagen übersteigen.
Der Swap ist nicht fest. Broker berechnen ihn aus den Zinsen beider Währungen abzüglich eines eigenen Aufschlags und passen ihn laufend an. Senkt eine Notenbank den Zins, schrumpft der Ertrag oder wird negativ, während die Position offen bleibt.
Mit Hebel wirkt beides stärker. Wer die Lotgröße am Swap ausrichtet statt an der möglichen Kursbewegung, unterschätzt das Risiko. Bei Swap-freien Konten (Islamic Accounts) gibt es den Ertrag gar nicht.
Wann sie funktioniert, wann sie scheitert
Funktioniert eher, wenn …
- Ruhige Märkte, in denen der Wechselkurs seitwärts läuft oder leicht steigt.
- Stabile, große Zinsdifferenz über die ganze Haltedauer.
- Eine Lotgröße, die auch einen starken Kursrutsch aushält.
Scheitert eher, wenn …
- Ein schneller Kursrutsch in einer Krise oder nach einer Notenbank-Überraschung.
- Zinssenkungen, die den Swap schrumpfen lassen.
- Ein Broker mit hohem Swap-Aufschlag, bei dem netto wenig übrig bleibt.
Woran du sie an einem EA erkennst
Spuren im Tradelog eines Live-Kontos, unabhängig davon, wie der Anbieter den EA nennt.
- Sehr lange Haltedauern, oft Wochen bis Monate, mit wenigen Trades.
- Positionen fast immer in dieselbe Richtung auf Paaren mit hoher Zinsdifferenz.
- Ein großer Teil des Ergebnisses kommt aus Swap-Buchungen, nicht aus der Kursbewegung.
- Eine Gewinnkurve, die lange langsam steigt und dann in kurzer Zeit stark fällt.
Typische Einstellungen
| Einstellung | Typisch | Wirkung |
|---|---|---|
| Paar | Währung mit hohem gegen niedrigen Zins | Die Zinsdifferenz ändert sich mit der Geldpolitik. |
| Swap pro Nacht | vom Broker vorgegeben | Vor dem Einstieg prüfen, er kann negativ sein. |
| Stop / Verlustlimit | weit, oft 100–300 Pips | Begrenzt den Schaden bei einem Kursrutsch. |
| Lotgröße | klein im Verhältnis zum Konto | Richtet sich nach dem Kursrisiko, nicht nach dem Swap. |
Übliche Spannen aus EA-Handbüchern und Setfiles, keine Empfehlung.
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Häufige Fragen
Was ist ein Carry-Trade?
Wie berechnet der Broker den Swap?
Was ist ein Carry-Unwind?
Video: die Strategie in unter einer Minute
Dieselbe Animation als Video mit Untertiteln, für alle, die es lieber anschauen.