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Trading-Kennzahlen erklärt: Drawdown, Profit-Faktor, Sharpe & Sortino

Die vier Kennzahlen auf einen Blick

Vier Kennzahlen entscheiden, ob ein EA-Track-Record gut oder gefährlich ist: Der Profit-Faktor misst die Profitabilität (Bruttogewinn geteilt durch Bruttoverlust), der maximale Drawdown misst das Risiko (größter Rückgang vom Höchststand), und Sharpe- bzw. Sortino-Ratio messen das Verhältnis aus Rendite und Schwankung. Keine Zahl steht für sich allein: Ein hoher Profit-Faktor bei brutalem Drawdown ist nichts wert, und eine schöne Equity-Kurve über nur 30 Trades ist statistisch bedeutungslos. Wer diese vier Werte zusammen liest, erkennt seriöse Systeme zuverlässig von gefährlichen.

Profit-Faktor

Der Profit-Faktor (PF) ist die einfachste Profitabilitätskennzahl:

Profit-Faktor = Bruttogewinn ÷ Bruttoverlust

Wichtig: Der Profit-Faktor sagt nichts über das Risiko aus. Ein Grid-EA kann monatelang einen PF von 3,0 zeigen – bis ein einziger Tag das Konto auslöscht.

Maximaler Drawdown

Der maximale Drawdown (Max DD) ist der größte prozentuale Rückgang vom Höchststand (Peak) bis zum nachfolgenden Tiefpunkt (Trough):

Max DD = (Peak − Trough) ÷ Peak × 100

Er beantwortet die entscheidende Frage: Wie schlimm wurde es im schlimmsten Moment? Faustregeln:

Eine wichtige Unterscheidung ist relativer Drawdown (in Prozent der Equity) vs. absoluter Drawdown (in Kontowährung). Für den Vergleich verschiedener Konten zählt fast immer der relative, prozentuale Drawdown.

Sharpe-Ratio

Die Sharpe-Ratio setzt die Überrendite ins Verhältnis zur Gesamtschwankung der Renditen:

Sharpe = (Rendite − risikofreier Zins) ÷ Standardabweichung der Renditen

Sie beantwortet: Wie viel Rendite bekomme ich pro Einheit Risiko? Grobe Orientierung: < 1 mäßig, 1–2 gut, > 2 sehr gut. Der Haken: Die Sharpe-Ratio bestraft jede Schwankung – auch positive Ausreißer nach oben. Ein System mit gelegentlichen großen Gewinnen wird dadurch zu Unrecht abgewertet.

Sortino-Ratio

Die Sortino-Ratio behebt genau diese Schwäche. Sie verwendet im Nenner nur die Downside Deviation – also nur die unerwünschte Abwärtsvolatilität:

Sortino = (Rendite − Zielrendite) ÷ Downside Deviation

Aufwärtsschwankungen werden nicht bestraft. Für Trading-Strategien ist die Sortino-Ratio deshalb meist aussagekräftiger: Sie misst das Risiko so, wie ein Trader es tatsächlich empfindet – Verluste tun weh, große Gewinne nicht.

Praxisbeispiel: So sehen die Zahlen live aus

Theorie ist gut, ein echtes Konto besser. Unser öffentliches Live-Multi-EA-Showcase zeigt ein read-only verbundenes Konto mit mehreren EAs. So liest du die Kennzahlen dort konkret:

Genau diese Kennzahlen kannst du für dein eigenes Konto in der kostenlosen Portfolio-Analyse berechnen lassen – read-only verbunden über dein Investor-Passwort, ohne Handels- oder Auszahlungsrechte preiszugeben.

Häufige Fehlinterpretationen

Fazit

Drawdown, Profit-Faktor, Sharpe und Sortino sind keine Konkurrenten, sondern vier Blickwinkel auf dasselbe Konto: Profitabilität, Risiko und das Verhältnis beider. Wer sie gemeinsam und über genügend Trades liest, durchschaut Marketing-Kurven und erkennt, was wirklich tragfähig ist. Teste deine eigenen Zahlen in der Portfolio-Analyse.