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Strategie erklärt · Stand 03.11.2026

Swing-Trading einfach erklärt

Swing-Trading versucht, eine einzelne Kursschwankung über mehrere Tage mitzunehmen: Einstieg nach einem Rücksetzer im Trend, Stop unter dem letzten Tief, Ziel ein Vielfaches des Risikos. Über Nacht und übers Wochenende bleibt die Position offen.
Stop pro TradeVerlust je Trade begrenztTage · Trend
Auf dieser Seite

Kurz erklärt

Swing-Trading will nicht jede Bewegung erwischen, sondern eine. Das Programm wartet in einem Aufwärtstrend auf einen Rücksetzer, kauft, wenn der Kurs wieder dreht, und hält die Position dann einige Tage, bis das Ziel oder der Stop erreicht ist.

Der Stop sitzt unter dem letzten Tief, das Risiko ist also vorab bekannt. Mit einer Ausnahme: Über Nacht und übers Wochenende kann der Kurs springen. Dann greift der Stop erst zum nächsten handelbaren Kurs.

Wie Gaps und Slippage entstehen, erklärt Was ist Slippage?. Wie groß eine Position bei einem weiten Stop sein darf, zeigt Lotgröße und Risiko pro Trade.

Die Strategie im Schema

Ein gezeichneter Kursverlauf, keine Marktdaten. Erst der Fall, in dem die Regel aufgeht, dann derselbe Ablauf, wenn sie scheitert.

Geschlossen
±0 Pips
Offen
–
Volumen offen
–

Schema, keine Marktdaten: ein gezeichneter Kursverlauf, Ergebnisse in Pips, gewichtet auf 0,10 Lot. Kein Backtest, keine Aussage über einen echten EA.

So handelt die Strategie

  1. Die Richtung bestimmen, zum Beispiel mit einem gleitenden Durchschnitt: zeigt er nach oben, wird nur gekauft.
  2. Auf einen Rücksetzer warten: Der Kurs kommt zurück an den Durchschnitt oder an ein früheres Hoch.
  3. Einstieg, wenn der Kurs wieder dreht, etwa mit einem Schluss über dem Hoch der Vorkerze.
  4. Stop knapp unter das Tief des Rücksetzers, Ziel bei einem Vielfachen dieses Abstands (z. B. 2×).
  5. Die Position bleibt Tage offen, auch über Nacht und übers Wochenende, bis Stop oder Ziel erreicht sind.

Wo das Risiko sitzt

Das geplante Risiko pro Trade ist bekannt: Abstand vom Einstieg bis zum Stop mal Lotgröße. Weil Swing-Stops weiter weg liegen als beim Daytrading, braucht dasselbe Risiko eine kleinere Lotgröße.

Der Stop schützt nur, solange der Markt handelt. Öffnet der Kurs nach einem Wochenende oder einer Nachricht unter dem Stop, wird zum ersten verfügbaren Kurs geschlossen. Der Verlust ist dann größer als geplant, manchmal deutlich.

Über Nacht fällt Swap an, positiv oder negativ. Bei Haltedauern von Tagen bis Wochen kann er das Ergebnis spürbar verschieben.

Wann sie funktioniert, wann sie scheitert

Funktioniert eher, wenn …

  • Ein klarer Trend mit sauberen Rücksetzern, die nicht zu tief gehen.
  • Ruhige Wochenenden ohne große Kurslücken.
  • Ein Stop, der weit genug weg liegt, um normales Rauschen auszuhalten.

Scheitert eher, wenn …

  • Der Rücksetzer wird zur Trendwende, der Kurs läuft durch das letzte Tief.
  • Ein Gap am Montag oder nach einer Nachricht springt über den Stop hinweg.
  • Seitwärtsphasen, in denen jeder vermeintliche Rücksetzer nur eine Schwankung ist.

Woran du sie an einem EA erkennst

Spuren im Tradelog eines Live-Kontos, unabhängig davon, wie der Anbieter den EA nennt.

  • Wenige Trades, die einzeln über mehrere Tage offen sind.
  • Jede Position hat einen Stop; die meisten Verluste sind ähnlich groß, einzelne nach Wochenenden größer.
  • Swap-Buchungen bei fast jedem Trade.
  • Einstiege häufig nach einem Rückgang im Aufwärtstrend (bzw. nach einem Anstieg im Abwärtstrend).

Typische Einstellungen

EinstellungTypischWirkung
Trendfilterz. B. EMA 20–50 auf H4 oder D1Legt fest, in welche Richtung gehandelt wird.
Stopunter dem Tief des Rücksetzers, oft 30–100 PipsBestimmt das Risiko pro Trade.
Ziel1,5–3× der Stop-AbstandGrößer = seltener erreicht.
Wochenend-Regelhalten oder vor Freitagabend schließenHalten heißt Gap-Risiko.

Übliche Spannen aus EA-Handbüchern und Setfiles, keine Empfehlung.

EAs in unseren Tests mit dieser Bauart

8 benotete EAs aus unseren Tests tragen diese Bauart. Note auf der Skala 0 bis 10, eine Formel für alle; keine Live-Zahlen.

Alle EA-Tests →So benoten wir EAs →

Alle Strategien →Alle Bauarten im Vergleich: EA-Strategien erklärt →

Häufige Fragen

Was ist Swing-Trading?
Ein Handelsstil, der einzelne Kursschwankungen über einige Tage mitnehmen will. Typisch sind Einstiege nach Rücksetzern in einem Trend, ein Stop unter dem letzten Tief und Haltedauern von zwei Tagen bis zwei Wochen.
Was ist der Unterschied zwischen Swing-Trading und Trendfolge?
Trendfolge bleibt im Trend, solange er läuft, oft mit einem Trailing-Stop. Swing-Trading nimmt einen Abschnitt des Trends mit, von einem Rücksetzer bis zu einem festen Ziel, und steigt dann aus.
Warum ist der Verlust manchmal größer als der Stop?
Weil ein Stop nur zu einem handelbaren Kurs ausgeführt werden kann. Öffnet der Markt nach dem Wochenende unter dem Stop, wird zum Eröffnungskurs geschlossen. Das nennt man Gap; der Unterschied ist eine Form von Slippage.

Video: die Strategie in unter einer Minute

Dieselbe Animation als Video mit Untertiteln, für alle, die es lieber anschauen.