Sextant ist ein Trade-Panel für MetaTrader 5. Du legst fest, wie viel du riskieren willst, setzt den Stop dorthin, wo der Chart ihn verlangt, und Sextant rechnet die Lotgröße aus, sendet die Order und verwaltet den Trade. Ein Konto-Guard mit Tagesverlustlimit, Tagesziel und Trade-Grenzen soll verhindern, dass aus einem schlechten Tag ein schlechter Monat wird.
Wichtig vorab: Sextant handelt nicht von selbst. Es ist ein Werkzeug für manuelles Trading, kein Expert Advisor mit eigener Strategie. Es macht keinen Trade profitabel, es hilft dir nur, deine eigenen Regeln einzuhalten.
Stand 03.10.2026: Sextant ist fertig programmiert, aber noch nicht auf dem MQL5 Market veröffentlicht. Geplant sind 79 USD für die unbegrenzte Lizenz, 30 USD Miete pro Monat und eine kostenlose Demo; der endgültige Preis steht erst mit der Veröffentlichung fest. Es gibt noch keine Käuferbewertungen. Was bisher geprüft ist und was nicht, steht weiter unten im Abschnitt „Getestet – und was noch fehlt“.

Der Aufbau: vier Tabs
Alles sitzt in einem Panel mit vier Tabs: TRADE (Order planen und senden), MANAGE (offene Trades verwalten), GUARD (Grenzen für das ganze Konto) und INFO (Symbol- und Kontodaten). Es gibt drei Farbthemen, Tooltips an jedem Bedienelement, und jeder Wert wird je Symbol gespeichert.
TRADE: Risiko, Stop, Ziel
Risiko pro Trade
Das Risiko gibst du auf vier Arten an: als % der Balance, als % der Equity, als fester Geldbetrag oder als feste Lots. In den ersten drei Fällen rechnet Sextant die Lotgröße aus. Grundlage ist der Verlust je Lot bis zum Stop. Die Lotgröße wird auf den Volumenschritt des Brokers abgerundet, nie aufgerundet – der Verlust am Stop liegt damit nie über deinem Risiko. Die Kommission je Lot kann eingerechnet werden.
Liegt die errechnete Lotgröße unter dem Mindestlot des Symbols, sendet Sextant nichts und zeigt den Grund an. Still auf das Mindestlot aufzurunden würde bedeuten, mehr zu riskieren, als du eingestellt hast.
So wird die Lotgröße berechnet – ein Beispiel
Ein USD-Konto mit 10.000 USD, 1 % Risiko, EURUSD, Stop 18,6 Pips:
- Risiko in Geld: 1 % von 10.000 USD = 100 USD.
- Verlust je Lot bis zum Stop: Ein Pip auf EURUSD ist bei einem Standard-Lot 10 USD wert. 18,6 Pips × 10 USD = 186 USD je Lot.
- Lotgröße: 100 USD ÷ 186 USD = 0,5376 Lots.
- Abrunden auf den Volumenschritt 0,01: 0,53 Lots.
- Tatsächliches Risiko: 0,53 × 186 USD = 98,58 USD, also 0,99 % – knapp unter dem Ziel, nie darüber.
Mit Kommission wird es etwas weniger: Bei angenommenen 7 USD Kommission je Lot (Eröffnung und Schließung zusammen) kostet ein Lot bis zum Stop 193 USD, das ergibt 0,51 Lots. Die Rechnung dahinter erklärt der Ratgeber Lotgröße und Risiko pro Trade.
Probier es selbst aus – die Demo rechnet nach derselben Regel:
SEXTANT v1.0
EURUSD · H1
Balance 10.000,00
Positionsgröße
0,53 Lots
- Risiko
- −98,58 0,99 %
- Gewinn
- +197,16
- R : R
- 1 : 2,00
100,00 USD Risiko ÷ 186,00 USD Verlust je Lot = 0,53 Lots (abgerundet)
Stop und Ziel
Den Stop setzt du in Punkten, als Vielfaches der ATR (gemessen an der letzten geschlossenen Kerze) oder über eine rote Linie, die du im Chart ziehst. Das Ziel gibst du als Chance-Risiko-Verhältnis (R:R), in Punkten, über eine grüne Linie oder gar nicht an.
Linien im Chart
Mit eingeschalteten Linien zeigen Entry-, Stop- und Ziellinie beim Ziehen Preis, Pips, Geldbetrag und R direkt an der Linie. Verschiebst du die Entry-Linie, wandern Stop und Ziel mit, die Abstände bleiben gleich. Die Richtung ergibt sich aus der Lage der Stop-Linie: liegt sie unter dem Entry, ist es ein Kauf.

Pending-Orders: Limit oder Stop entscheidet die Linie
Im Pending-Modus musst du den Ordertyp nicht auswählen. Sextant leitet ihn aus der Lage der Entry-Linie zum aktuellen Kurs ab: Ein Kauf mit Entry unter dem Kurs wird ein Buy Limit, über dem Kurs ein Buy Stop. Beim Verkauf ist es umgekehrt: Entry über dem Kurs ergibt ein Sell Limit, darunter ein Sell Stop.
Versteckte Stops und der Sicherheitsstop
Mit HIDDEN bleiben Stop und Ziel im Terminal und werden nicht an den Broker übermittelt. Berührt der Kurs den versteckten Stop, schließt das Panel die Position. Das hat einen Preis: Es funktioniert nur, solange das Terminal läuft und verbunden ist. Fällt es aus, schließt niemand.
Dafür gibt es den optionalen Sicherheitsstop: einen echten Stop beim Broker, weiter entfernt als der versteckte (ein einstellbares Vielfaches des Stop-Abstands). Er greift, wenn das Terminal offline ist, und folgt dem versteckten Stop, wenn dieser nachgezogen wird. Für versteckte Stops empfehlen wir, den Sicherheitsstop eingeschaltet zu lassen und das Terminal auf einem VPS zu betreiben – mehr dazu im Ratgeber VPS für ein Trade-Panel.
Aufteilen in bis zu drei Positionen
Mit PARTS teilt Sextant eine Order in bis zu drei Positionen mit einer Zielleiter auf: das erste Ziel bei einem Drittel, das zweite bei zwei Dritteln, das dritte beim vollen Zielabstand. Das geht nur auf Hedging-Konten.
Prüfungen vor dem Senden
Bevor eine Order rausgeht, prüft Sextant: Ist Algo-Trading erlaubt? Lässt der Handelsmodus des Symbols die Order zu? Hält der Stop den Mindestabstand des Brokers ein (Stops-Level)? Liegt das Volumen in den Grenzen des Symbols? Reicht die freie Margin? Ist der Spread unter deinem Maximum? Und lässt der Guard den Trade zu? Rutscht eine Market-Order beim Ausführen (Slippage), setzt Sextant den Stop auf den geplanten Abstand vom tatsächlichen Füllkurs. Was Slippage ist, erklärt dieser Ratgeber.
MANAGE: Trades verwalten in R
Alle Regeln im MANAGE-Tab rechnen in R. Ein R ist der anfängliche Stop-Abstand einer Position. Sextant speichert ihn je Position; bei manuell eröffneten Trades lernt es ihn aus dem ersten Stop, den es sieht. Der Vorteil: Dieselbe Regel passt auf jedes Symbol und jede Stop-Größe. „Break-even bei 1 R“ heißt immer: sobald der Trade so weit im Plus ist, wie er riskiert hat.
- Break-even bei x R, optional mit Lock-Punkten (der Stop geht auf Einstand plus ein paar Punkte).
- Teilschließung einmalig bei x R, mit beliebigem Prozentsatz.
- Trailing-Stop mit fünf Methoden: feste Punkte, x ATR, Tief bzw. Hoch der letzten N Kerzen, EMA oder Parabolic SAR. Er startet bei x R, bewegt sich in Mindestschritten, höchstens einmal pro Sekunde und Position, und nie gegen den Trade.
Du wählst, welche Trades verwaltet werden: nur die des Panels, zusätzlich deine manuellen Trades oder alle Trades auf dem Symbol.
Massenaktionen brauchen einen zweiten Bestätigungsklick: alle schließen, nur Käufe, nur Verkäufe, nur Gewinner, nur Verlierer, Pending-Orders löschen, 50 % schließen, Stops auf Break-even, Umkehren, Lock (Gegenposition), alle Stops oder Ziele auf die Linie. Der Geltungsbereich ist wahlweise das aktuelle Symbol oder das ganze Konto. Darunter listet das Panel die offenen Positionen mit R-Vielfachem, Ergebnis und einem Schließen-Knopf je Position.

GUARD: Grenzen für das ganze Konto
Der Guard gilt für das ganze Konto (Standard; per Eingabe auch nur dieses Symbol) und wird von allen Sextant-Charts auf diesem Konto geteilt. Er kennt fünf Grenzen:
- Tagesverlustlimit in % der Balance zu Tagesbeginn oder als Geldbetrag. Gezählt werden die heute geschlossenen Ergebnisse plus der offene (floating) Verlust.
- Tagesziel
- Maximale Trades pro Tag
- Maximales offenes Risiko: der Betrag, der vom aktuellen Kurs aus verloren wäre, wenn alle offenen Positionen ihren Stop erreichen.
- Equity-Untergrenze
Limit-Check vor dem Trade: Sextant lehnt einen neuen Trade schon vorher ab, wenn die Stops aller offenen Positionen zusammen mit dem Stop-out dieses Trades das heutige Verlustlimit reißen könnten. Du kannst also nicht mit dem letzten Trade des Tages über die Grenze rutschen. Solange eine Position ohne Stop offen ist, lässt sich dieses Risiko nicht berechnen – dann lehnt Sextant neue Trades ab.
Bei einem Treffer schließt Sextant auf Wunsch alle Positionen und Pending-Orders und sperrt neue Trades, bis der Servertag wechselt. Mit Enforce werden Trades, die während der Sperre trotzdem eröffnet werden, sofort wieder geschlossen – auch solche von anderen EAs oder aus der Handy-App.
Die Guard-Werte lassen sich über die Eingaben sperren, sodass du sie im Eifer des Gefechts nicht im Panel ändern kannst. Das ist vor allem bei Prop-Firm-Konten nützlich; wie solche Regeln aussehen, steht im Ratgeber Prop-Firm-Challenge mit EA. Im Tab siehst du außerdem die Ergebnisse von heute, dieser Woche und diesem Monat sowie Trades und Trefferquote von heute.
Der Guard arbeitet im Terminal. Er schützt nur, solange das Terminal läuft – und „Tag“ heißt Servertag deines Brokers, nicht deine Ortszeit.

INFO: was das Panel über Symbol und Konto anzeigt
Spread, ATR, Zeit bis zum Kerzenschluss, Wert eines Pips, Swap, Lot-Grenzen (Minimum, Schritt, Maximum), Stops- und Freeze-Level, Netto-Exposure und Break-even-Preis des Symbols, Margin-Level, Kontotyp (Hedging oder Netting) und Hebel. Gerade Lot-Schritt und Stops-Level lohnen einen Blick, bevor du mit einem neuen Broker arbeitest – warum, steht im Ratgeber Broker für das Sextant Trade Panel.
Hotkeys
| Taste | Aktion |
|---|---|
| Shift+B | Kaufen |
| Shift+S | Verkaufen |
| Shift+X (zweimal) | Alles schließen |
| Shift+L | Linien umschalten |
| Shift+P | Pending-Modus umschalten |
| Shift+H | Versteckte Stops umschalten |

Hedging, Netting und ihre Grenzen
Sextant läuft auf Hedging- und Netting-Konten. Auf einem Netting-Konto gibt es je Symbol nur eine Position, deshalb fallen dort drei Funktionen weg: das Aufteilen in mehrere Positionen, versteckte Stops und Lock. Außerdem lehnt Sextant auf Netting einen neuen Einstieg ab, solange auf dem Symbol eine Position offen ist – erst schließen oder umkehren. Alles andere funktioniert. Wer die Zielleiter oder versteckte Stops nutzen will, braucht ein Hedging-Konto. Den Unterschied der beiden Modi erklärt der Ratgeber MT4 vs. MT5 fürs Algo-Trading.
Testen im Strategy Tester
Sextant läuft im visuellen Strategy Tester. Dort kannst du jeden Knopf auf historischen Kursen ausprobieren, bevor du kaufst. Sobald Sextant veröffentlicht ist, läuft auch die geplante kostenlose Demo vom MQL5 Market auf diesem Weg.
Läuft der Tester ohne Visualisierung, setzt das Panel abwechselnd Demo-Trades (Kauf und Verkauf, mit Break-even und ATR-Trailing), damit der Testlauf nicht leer bleibt. Das ist für den automatischen Prüflauf des MQL5 Market gedacht, nicht als Strategie.
Außerdem hat Sextant einen eingebauten Selbsttest: Setzt du die Eingabe „Run the built-in self test“ auf true, prüft er im Tester nacheinander Risikorechnung, Market- und Pending-Orders, 50 %-Schließung, Break-even, versteckte Stops, aufgeteilte Orders, Umkehren, Lock, Trailing und die Guard-Regeln. Das Ergebnis steht im Journal als PASS, FAIL oder SKIP.

Getestet – und was noch fehlt
Stand am 03.10.2026:
- Erledigt: Der Code kompiliert ohne Fehler und ohne Warnungen. Er wurde in drei Audit-Runden geprüft: zwei Runden durch drei externe Sprachmodelle (GPT-5.4, Gemini 3.1 Pro, Grok 4.6), eine durch einen unabhängigen internen Reviewer.
- Selbsttest im Strategy Tester (03.10.2026): auf einem Demokonto von BlackBull Markets mit echten Ticks. Der letzte Lauf (AUDUSD, M15) bestand alle 17 Prüfungen. Frühere Läufe auf GER40 und AUDUSD hatten zwei Fehler gefunden, die vor dem letzten Lauf behoben wurden.
- Lauf nach Art des MQL5-Validators: Standardeingaben, Eröffnungskurse, AUDUSD H1, Januar bis September 2026, 459 Demo-Trades. Nach einer Korrektur – das Trade-Management pausiert jetzt, solange der Markt geschlossen ist – ohne Fehler.
- Live-Test auf dem Demo-Chart (BTCUSD): Kauf per Klick, Schließen mit Bestätigungsklick, und beim Ziehen der Stop-Linie passt sich die Positionsgröße sofort an.
- Offen: die offizielle Prüfung durch den MQL5-Validator, die beim Einreichen des Produkts läuft, und die Veröffentlichung. Wir behaupten nicht, dass der MQL5-Validator bestanden ist.
- Nicht vorhanden: Käuferbewertungen, Erfahrungen aus dem Live-Einsatz bei anderen Tradern, ein Veröffentlichungsdatum.
Eine Note von AlgoVerdict bekommt Sextant nicht. Unsere Methodik ist für Broker, Prop Firms und Expert Advisors mit eigener Strategie gebaut; für ein Werkzeug, das nur deine eigenen Trades ausführt, gibt es keine vergleichbaren Kriterien. Diese Seite beschreibt deshalb, was das Panel tut, und bewertet es nicht.
Voraussetzungen
- MetaTrader 5, Hedging- oder Netting-Konto (auf Netting ohne Aufteilen, versteckte Stops und Lock, und nur eine offene Position je Symbol).
- Algo-Trading muss im Terminal und in den Einstellungen des Programms erlaubt sein.
- Versteckte Stops, Break-even, Teilschließung, Trailing und der Guard arbeiten nur, solange das Terminal läuft. Für versteckte Stops empfehlen wir einen VPS und den eingeschalteten Sicherheitsstop beim Broker.
- Welche Broker-Bedingungen für ein risikobasiertes Panel zählen, steht im Ratgeber Broker für das Sextant Trade Panel.
Risikohinweis
Der Handel mit Devisen und CFDs auf Margin ist mit einem hohen Verlustrisiko verbunden. Ein Trade-Panel hilft dir, deine Regeln einzuhalten. Es macht Trades nicht profitabel und schützt nicht vor Kurslücken, Slippage oder einem ausgefallenen Terminal.
Wo es Sextant gibt
Sextant soll auf dem MQL5 Market in der Kategorie Utilities für MT5 erscheinen, geplant zu 79 USD. Sobald Sextant veröffentlicht ist, verlinken wir hier die Produktseite.
Weiterlesen: Broker für das Sextant Trade Panel · VPS für ein Trade-Panel