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Was ist Slippage? Ursachen, Auswirkungen und wie du sie reduzierst

Zuletzt aktualisiert: 02. Juni 2026

Was Slippage ist

Slippage ist die Differenz zwischen dem Kurs, zu dem du eine Order auslösen wolltest, und dem Kurs, zu dem sie tatsächlich ausgeführt wird. Sie entsteht, weil sich der Markt in den Millisekunden zwischen Orderauslösung und Ausführung bewegt – oder weil zum gewünschten Kurs nicht genug Liquidität vorhanden ist.

Für diskretionäre Trader ist Slippage ein Ärgernis. Für EAs und Scalping-Strategien ist sie oft der Unterschied zwischen einem profitablen und einem unprofitablen System: Wer pro Trade 3–5 Pips Ziel hat, den frisst 1 Pip durchschnittliche negative Slippage lebendig.

Warum Slippage entsteht

Positive, negative und Gap-Slippage

Nicht jede Slippage ist gleich – die Unterscheidung ist für EA-Trader wichtig:

Realistische Größenordnungen

Grobe Richtwerte für Majors (EUR/USD, GBP/USD) bei einem guten ECN-Broker, je Orderseite:

Exoten, Indizes und Krypto liegen deutlich höher. Entscheidend ist nicht der Einzelwert, sondern der Durchschnitt über viele Trades – genau den misst du im Journal.

Auswirkung auf automatisiertes Trading

Backtests rechnen meist mit perfekter Ausführung. Im Livebetrieb verschiebt Slippage Einstieg und Ausstieg – bei hochfrequenten oder eng gestaffelten EAs kann das die im Backtest gemessene Edge halbieren oder ganz aufheben. Deshalb gehört eine realistische Slippage-Annahme in jede seriöse Strategie-Bewertung.

Rechenbeispiel: Wie Slippage eine Edge auffrisst

Ein Scalping-EA zielt auf 4 Pips Gewinn bei 60 % Trefferquote und 4 Pips Stop. Brutto-Erwartungswert je Trade: 0,6 × 4 − 0,4 × 4 = +0,8 Pips.

Mit realistischer Ausführung: 0,8 Pips durchschnittliche negative Slippage (Ein- und Ausstieg zusammen). Erwartungswert: 0,8 − 0,8 = ±0 Pips – nach Kommission liegt das System im Minus. Aus einer im Backtest profitablen Strategie wird live ein Verlustbringer, allein durch Ausführungskosten, die der Backtest nicht abgebildet hat. Genau deshalb ist eine konservative Slippage-Annahme Pflicht – und je enger dein Pip-Ziel, desto kritischer.

Wie du Slippage reduzierst

  1. ECN-/Raw-Broker mit tiefer Liquidität wählen – siehe unsere Broker-Tests.
  2. VPS nah am Broker-Server betreiben (idealerweise dasselbe Rechenzentrum, z. B. Equinix NY4) – siehe VPS für EAs.
  3. Handelszeiten steuern: keine marktbewegenden News mit Market-Orders durchhandeln.
  4. Limit-Orders nutzen, wo die Strategie es erlaubt.
  5. Slippage messen und überwachen – nur was du misst, kannst du optimieren.

Fazit

Slippage ist kein Randdetail, sondern eine harte Kostenkomponente jeder automatisierten Strategie. Broker-Wahl, VPS-Standort und Order-Logik sind die drei Hebel, mit denen du sie in den Griff bekommst – und genau danach bewerten wir Broker aus Algo-Sicht.