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Strategie erklärt · Stand 03.11.2026

Grid-Trading einfach erklärt

Ein Grid kauft (oder verkauft) in festen Pip-Abständen nach, solange der Kurs gegen die erste Position läuft, und schließt den ganzen Korb über dem Durchschnittspreis.
Ohne festen StopRisiko im KorbStunden, Tage · Seitwärts
Auf dieser Seite

Kurz erklärt

Ein Grid stellt ein Gitter aus Kauf- oder Verkaufspunkten in festen Abständen auf. Läuft der Kurs gegen die erste Position, kauft das Programm nach, Stufe für Stufe, immer mit derselben Lotgröße. Kommt der Kurs ein Stück zurück, schließen alle Positionen gemeinsam.

Das funktioniert, solange der Markt pendelt. Die Frage ist nie, ob ein Grid oft gewinnt, sondern was passiert, wenn der Kurs nicht zurückkommt.

Die Strategie im Schema

Ein gezeichneter Kursverlauf, keine Marktdaten. Erst der Fall, in dem die Regel aufgeht, dann derselbe Ablauf, wenn sie scheitert.

Geschlossen
±0 Pips
Offen
–
Volumen offen
–

Schema, keine Marktdaten: ein gezeichneter Kursverlauf, Ergebnisse in Pips, gewichtet auf 0,10 Lot. Kein Backtest, keine Aussage über einen echten EA.

So handelt die Strategie

  1. Eine erste Position eröffnen, ohne eigenen Stop.
  2. Läuft der Kurs um einen festen Abstand (z. B. 15 Pips) dagegen, eine weitere Position gleicher Größe eröffnen.
  3. Das wiederholt sich Stufe für Stufe bis zu einer Höchstzahl.
  4. Alle Positionen bilden einen Korb mit einem Durchschnittspreis. Liegt der Kurs ein paar Pips darüber, schließt der ganze Korb.
  5. Als letzte Sicherung dient, falls eingestellt, ein Verlustlimit für den ganzen Korb.

Wo das Risiko sitzt

Die einzelnen Positionen haben keinen Stop. Das Risiko sitzt im Korb: Mit jeder Stufe wächst das offene Volumen und damit der Verlust pro Pip.

Ein Grid gewinnt sehr oft, weil der Kurs meist irgendwann zurückkommt. Kommt er nicht zurück, wird aus vielen kleinen Gewinnen ein großer Verlust. Die Gewinnkurve sieht deshalb lange glatt aus und bricht dann in einem Schritt ein.

Was ein Grid wirklich riskiert, zeigt nicht der Kontostand, sondern der offene Verlust (Floating) im schlechtesten Moment. Ein Grid ohne Verlustlimit hat als letzte Grenze den Margin Call des Brokers.

Wann sie funktioniert, wann sie scheitert

Funktioniert eher, wenn …

  • Seitwärtsmarkt, der um einen Mittelwert pendelt.
  • Rücksetzer, die kleiner bleiben als die Zahl der Stufen mal Abstand.
  • Ausreichend Kapital für die maximale Korbgröße.

Scheitert eher, wenn …

  • Ein anhaltender Trend gegen den Korb: alle Stufen werden gefüllt, der Kurs läuft weiter.
  • Starke Nachrichtenbewegungen, die mehrere Stufen auf einmal überspringen.
  • Zu kleines Konto für die eingestellte Stufenzahl.

Woran du sie an einem EA erkennst

Spuren im Tradelog eines Live-Kontos, unabhängig davon, wie der Anbieter den EA nennt.

  • Mehrere Positionen in derselben Richtung, deren Einstiege einen festen Pip-Abstand haben.
  • Positionen ohne Stop-Loss, die zur selben Sekunde gemeinsam schließen.
  • Sehr hohe Trefferquote, kleine Gewinne, seltene, sehr große Verluste.
  • Großer Abstand zwischen Kontostand (Balance) und Equity in schwachen Phasen.

Typische Einstellungen

EinstellungTypischWirkung
Stufenabstand10–50 PipsEnger = schneller voller Korb.
Lot je Stufegleich bleibendSteigt sie, ist es ein Martingale-Grid.
Max. Stufen5–15Begrenzt das Volumen, nicht den Verlust.
Korb-Ziel5–20 Pips über DurchschnittKlein, damit der Korb oft schließt.
Korb-Verlustlimitz. B. 20–30 % des KontosFehlt es, endet der Korb erst beim Margin Call.

Übliche Spannen aus EA-Handbüchern und Setfiles, keine Empfehlung.

EAs in unseren Tests mit dieser Bauart

57 benotete EAs aus unseren Tests tragen diese Bauart. Note auf der Skala 0 bis 10, eine Formel für alle; keine Live-Zahlen.

Die 8 besten von 57 gezeigt.Alle EA-Tests →So benoten wir EAs →

Alle Strategien →Alle Bauarten im Vergleich: EA-Strategien erklärt →

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Grid und Martingale?
Beide stocken auf, wenn der Kurs gegen sie läuft. Ein klassisches Grid nimmt auf jeder Stufe dieselbe Lotgröße, Martingale vergrößert sie nach jedem Verlust. Viele Grid-EAs mischen beides, dann wächst das Volumen besonders schnell.
Kann ein Grid-EA einen Stop-Loss haben?
Einzelne Positionen meist nicht, sonst wäre es kein Grid. Möglich ist ein Verlustlimit für den ganzen Korb oder das Konto. Ob es eingestellt ist und wo es liegt, entscheidet über den möglichen Verlust.
Warum sieht die Kurve eines Grid-EAs so glatt aus?
Weil der Kontostand nur geschlossene Körbe zeigt, und die schließen fast immer mit kleinem Gewinn. Der offene Verlust der laufenden Körbe ist darin nicht enthalten. Aussagekräftiger ist die Equity-Kurve.

Video: die Strategie in unter einer Minute

Dieselbe Animation als Video mit Untertiteln, für alle, die es lieber anschauen.