Zwei feste Zeitpunkte am Tag
LongRunner kauft einmal am Tag einen Aktienindex und verkauft ihn vor dem täglichen Rollover des Brokers. Mit den US-Set-Dateien geschieht das um 01:05 und 23:50 Serverzeit, mit dem DAX-Set um 09:05 und 22:55. Dazwischen schaut der EA nur zu. Zu diesen beiden Zeitpunkten aber muss das Terminal laufen, verbunden sein und handeln dürfen – an jedem Handelstag.
Die beiden Zeitpunkte sind nicht gleich wichtig:
- Den Einstieg zu verpassen kostet wenig. Kommt das Terminal nach 01:05 zurück, kauft LongRunner sofort, solange der späteste Einstieg nicht vorbei ist, und loggt
late start - buying at … instead of 01:05. Du bekommst einen späteren Einstiegskurs und einen kürzeren Trade, keinen verlorenen Tag. In den Set-Dateien ist der späteste Einstieg die Close-Zeit; wer keine späten Einstiege will, setzt „Latest entry“ auf eine Zeit kurz nach dem Start. - Den Close zu verpassen ist teuer. Ist das Terminal um 23:50 offline, läuft die Position über den Rollover – mit Swap und der Kurslücke über Nacht, also genau dem, was LongRunner vermeiden soll. Sobald das Terminal zurück und der Markt offen ist, schließt der EA die überfällige Position und eröffnet keine neue, bis er flat ist.
Das ist das ganze Argument für einen VPS: nicht die Latenz, sondern ein Terminal, das um 23:50 verlässlich online ist.
Neustart-Sicherheit
Windows-Updates, Wartung beim Anbieter, ein eingefrorenes Terminal – ein VPS startet ab und zu neu. LongRunner ist darauf ausgelegt:
- Nach einem Neustart prüft er die offenen Positionen und die Deals des Tages und weiß, ob der heutige Trade schon gemacht wurde. Im Forward-Test auf dem BlackBull-Demokonto hat ein erneutes Anhängen am selben Tag
today's entry was already made - next entry tomorrowgeloggt und nicht doppelt gekauft. - Ein Timer führt die Logik auch ohne neue Kurse aus, damit die Close-Zeit auch in einem stillen Markt greift.
- Requotes, Verbindungsprobleme oder ein geschlossener Markt führen zu neuen Versuchen innerhalb des Einstiegsfensters; ein fehlgeschlagenes Schließen wird alle 30 Sekunden wiederholt, solange das Terminal läuft.
Damit das funktioniert, braucht es die Magic Number: An ihr erkennt LongRunner seine eigenen Positionen und Deals. Behalte die Magic Number aus dem Set und ändere sie nicht, solange eine Position offen ist.
Ein Chart pro Index
Jeder Index bekommt einen eigenen Chart mit eigenem LongRunner und eigener Magic Number. Die Set-Dateien nutzen bereits verschiedene (NAS100 20260521, US30 20260520, DE40 20260519), alle drei können also nebeneinander in einem Terminal laufen. Zwei Regeln:
- Nie zwei LongRunner auf demselben Symbol mit derselben Magic Number. Sie würden die Trades des jeweils anderen mitzählen.
- Bei mehreren US-Indizes die Größe senken. Nasdaq-100 und Dow laufen gemeinsam (Korrelation 0,84 bis 0,96). Für NAS100 und US30 auf einem Konto nimm je etwa 0,38 × Balance statt der Set-Werte 0,5 und 0,7.
Der Zeitrahmen des Charts spielt für den Handel keine Rolle; M15 oder H1 lassen sich gut beobachten. Empfohlen ist ein Hedging-Konto – auf einem Netting-Konto setzt LongRunner den Tag aus, wenn ein anderer EA schon eine Position auf demselben Symbol hält.
Zeitzonen: Die Uhr des VPS ist egal
Alle Zeiten in LongRunner sind Serverzeit des Brokers, nicht die Uhr des Windows-Rechners. Ein VPS in New York mit US-Uhr und einer in Frankfurt handeln im selben Moment. Die Zeitzone des VPS musst du nicht einstellen.
Entscheidend ist die Serverzeit des Brokers. Die Set-Dateien gehen von UTC+2 im Winter und UTC+3 im Sommer aus, damit der New Yorker Handelsschluss auf Mitternacht fällt. Ein solcher Server wechselt mit der New Yorker Sommerzeit, 01:05 Serverzeit ist also immer 18:05 in New York. Bei einer anderen Serverzeit verschiebst du Start- und Close-Zeit um die Differenz – beim Start warnt LongRunner im Log, wenn eine der beiden außerhalb der Handelszeit des Symbols liegt. Beim DAX-Set bedenke, dass der Server New York folgt: In den Wochen, in denen Europa und die USA die Uhren an verschiedenen Tagen umstellen, verschieben sich die Zeiten des Sets gegenüber Frankfurt um eine Stunde.
Welcher VPS
LongRunner ist genügsam: eine Market-Order pro Tag und Chart. Ein MetaTrader-5-Terminal mit einem bis drei Charts passt in die kleinste Klasse aus unserem Ratgeber VPS für Expert Advisors (1 vCPU, 1–2 GB RAM). Latenz spielt bei einer festen Einstiegszeit kaum eine Rolle, Zuverlässigkeit schon. Nimm einen Anbieter mit solider Verfügbarkeit und einem Standort in vernünftiger Nähe zu den Servern deines Brokers – wo die stehen, zeigt die Übersicht Broker-Serverstandorte.
Kostenloser Broker-VPS. Mehrere Broker stellen aktiven Kunden einen VPS, die Schwelle ist aber meist ein Monatsvolumen, und LongRunner handelt wenig. In unserem BlackBull-Test hat das US30-Set auf einem 10.000-USD-Konto 0,10 Lot gehandelt – rund zwei Lots im Monat. Die Bedingungen bei den Brokern, auf denen wir getestet haben:
- BlackBull: ja (ab 2.000 USD Einzahlung & 20 Lots/Monat, sonst 25 USD/Monat)
- RoboForex: ja (ab 300 USD Equity + 3 Lots/Monat; sonst 5 USD/Monat)
- IC Markets: ja (IC VPS ab 15 Lots FX/Metalle pro Monat, Global-Entity) – die Schwelle ist für FX und Metalle angegeben, die Index-Trades von LongRunner helfen dort also nicht.
Mit LongRunner allein zahlst du deshalb oft die Ersatzgebühr oder mietest einen eigenen VPS. Unabhängige Anbieter gibt es ab 6,50 USD im Monat; unser Forex-VPS-Vergleich listet die aktuellen Empfehlungen nach Latenz und Preis, und Broker mit kostenlosem VPS enthält die Bedingungen aller getesteten Broker.
Checkliste für die Einrichtung
- Den MetaTrader 5 deines Brokers auf dem VPS installieren und mit dem Handelspasswort (Master) anmelden. Läuft jedes Terminal im Portable Mode aus einem eigenen Ordner, ist ein späterer Umzug auf einen anderen VPS eine Sache von Minuten – siehe MT4 & MT5 Portable Mode.
- Im Terminal beim MQL5-Konto anmelden und LongRunner über den Reiter „Markt“ installieren. Jeder neue Rechner oder VPS verbraucht eine Aktivierung deines Kaufs – prüfe, wie viele dir noch bleiben.
- Die Set-Dateien aus dem Kommentarbereich der Produktseite nach
MQL5/Presetskopieren (Datei → Dateiordner öffnen). - Einen Chart pro Index öffnen, LongRunner anhängen, „Algo-Trading erlauben“ anhaken und das passende Set laden.
- „Algo-Trading“ in der Symbolleiste einschalten und den Start-Report im Reiter „Experten“ lesen: Lotgröße, Positionswert, Kosten eines 10-%-Indexrückgangs und eventuelle Session-Warnungen.
- Das Terminal so einrichten, dass es nach einem Neustart von selbst startet, mit gespeichertem Login und eingeschaltetem Algo-Trading.
- Windows-Updates und Wartung des Anbieters in ein festes Fenster abseits von 01:05 und 23:50 Serverzeit legen – die Stunden rund um den Close sind die, die frei bleiben müssen.
- Die Remote-Desktop-Sitzung schließen, ohne dich abzumelden, damit das Terminal weiterläuft.
- Von außen prüfen, ob das Konto lebt, etwa mit einem Portfolio-Tracker – sonst fällt ein eingefrorenes Terminal erst am nächsten Morgen auf.
Der tägliche Blick
Läuft alles, reicht ein Blick auf den Chart. Das Dashboard zeigt den Status (vor dem Start, im Trade, fertig oder mit Grund ausgesetzt), eine Zeitleiste vom Start bis zum Close mit Countdown, das Tagesergebnis und die letzten Trades. Im Reiter „Experten“ sollte jeder Handelstag den Kauf nach 01:05 und um 23:50 position #… closed at the close time zeigen. Fehlt eine Close-Zeile, schau zuerst auf den VPS.
Weiterlesen
- LongRunner erklärt – Idee, Einstellungen, Set-Dateien, Risiko und alle Backtests
- Welcher Broker für LongRunner – Spread zur Startzeit, Serverzeit, unsere Ergebnisse je Broker
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