Überblick
IC Markets ist das Original der IC-Markets-Gruppe: 2007 in Sydney gegründet, hat der Broker das Raw-Spread-ECN-Modell im Retail-Forex praktisch populär gemacht und zählt nach Handelsvolumen seit Jahren zu den größten FX-Brokern weltweit. Der Zuschnitt ist derselbe, der die Marke groß gemacht hat: Rohspreads ab 0,0 Pips, tiefe Liquidität, schnelle Ausführung – und eine Umgebung, die Expert Advisors und Scalping-Strategien nicht nur duldet, sondern aktiv adressiert. Für Algo- und EA-Trader gehört IC Markets damit zur engsten Auswahl. Global tritt die Marke inzwischen als „IC“ (ic.com) auf: Am 11. Juli 2026 ist icmarkets.com auf ic.com umgezogen, „IC“ und „IC Markets Global“ sind laut Impressum Handelsnamen der Raw Trading Ltd (FSA Seychellen). Konten, Plattformen und Konditionen bleiben laut IC unverändert. EU-Kunden werden weiterhin über IC Markets (EU) Ltd (icmarkets.eu, CySEC) betreut, australische über icmarkets.com.au.
IC Markets vs. IC Trading – eine Gruppe, zwei Marken
Wichtig zur Einordnung: IC Markets (heute ic.com, früher icmarkets.com) und IC Trading (ictrading.com) gehören zur selben Gruppe und sitzen auf derselben Handels-Infrastruktur – Raw-Spread-Modell, Plattformen, Ausführungsqualität und Konditionen sind weitgehend identisch. Der Unterschied liegt im Marktauftritt und darin, über welche Entity das Onboarding läuft:
- IC Markets ist die Original-Marke mit dem regulatorischen Kern der Gruppe: ASIC für Australien, CySEC für EU-Kunden (mit europäischer Einlagensicherung, aber ESMA-Hebeldeckel 1:30) und FSA Seychellen für internationale Kunden mit dynamischem Hebel bis 1:5000 (MetaTrader; cTrader bis 1:1000).
- IC Trading ist ein eigener, international ausgerichteter Auftritt über die Capital Point Trading Ltd mit Lizenz der FSC Mauritius – ohne ASIC- oder CySEC-Abdeckung, Hebel bis 1:500.
Kurz: Wer als EU- oder Australien-Kunde regulierten Schutz priorisiert, ist bei IC Markets richtig – und auch international bietet IC Markets über die FSA-Entity den höheren Hebel. IC Trading ist die Alternative mit Mauritius-Lizenz. An der EA-Eignung ändert die Markenwahl praktisch nichts.
Regulierung & Sicherheit
IC Markets deckt mit drei Lizenzen die wichtigsten Kundengruppen ab: ASIC (Australien) als langjährige Primäraufsicht, CySEC (Zypern/EU) für europäische Kunden inklusive Anlegerentschädigung nach EU-Standard, und die FSA der Seychellen für die internationale Entity. Kundengelder werden segregiert bei Großbanken gehalten. Für deutsche bzw. EU-Trader läuft das Onboarding über die CySEC-Gesellschaft – mit ESMA-Vorgaben (max. 1:30 für Privatkunden). Wer höheren Hebel (dynamisch bis 1:5000) will, landet bei der Seychellen-Entity mit schwächerem Schutzrahmen. In Summe eine der solidesten Regulierungs-Architekturen unter den ECN-Brokern – nur Häuser mit zusätzlicher FCA-/BaFin-Abdeckung wie Pepperstone liegen hier noch davor.
Kosten
Auf dem Raw-Spread-Konto starten die Spreads bei 0,0 Pips, dazu kommt eine Kommission von 3,50 USD pro Lot und Seite über MetaTrader (≈ 7 USD Round-Turn) bzw. 3,00 USD über cTrader. Effektiv liegen die Gesamtkosten auf EUR/USD damit bei ~0,6–0,7 Pips – sehr wettbewerbsfähig, wenn auch nicht der absolut günstigste Anbieter am Markt. Das Standard-Konto verzichtet auf Kommission und weitet dafür den Spread (auf EUR/USD typischerweise unter 1 Pip) – für die meisten EAs bleibt die Raw-Variante die bessere Wahl.
Ausführung
IC Markets hostet seine MetaTrader-Server im Equinix-Rechenzentrum NY4 (New York), cTrader in LD5 (London) – an den Knotenpunkten der globalen FX-Liquidität – und aggregiert Preise aus einer großen Zahl von Liquiditätsquellen. Das ist die Theorie. Wie die Ausführung auf echten Konten tatsächlich aussieht, haben wir im folgenden Live-Test nachgemessen.
Live-Test: 64 echte IC-Markets-Konten ausgewertet
Statt Marketingangaben zu wiederholen, haben wir jedes IC-Markets-Konto ausgewertet, das der Account-Tracker von Algo Trading Space (ATS) live verfolgt. Das sind Echtgeld-Konten von EA-Anbietern und Tradern, unsere eigenen eingeschlossen, zusammen 39.349 geschlossene Trades. Aus dem kompletten Deal-Verlauf jedes Kontos lassen sich drei Dinge ablesen, die keine Broker-Website verrät:
- Kontotyp: Er ergibt sich aus der tatsächlich berechneten Kommission je Lot und Seite (nur FX und Gold, weil Indizes auch auf Raw-Konten kommissionsfrei sind).
- Plattform: MT5 bucht pro Position einen Ein- und einen Ausgangs-Deal, MT4 nur einen Datensatz. Gegengeprüft haben wir das an zwei eigenen Konten mit bekanntem Server (ICMarketsSC-MT5-2 und ICMarketsSC-Live26).
- Slippage: Schließt ein serverseitiger Stop-Loss oder Take-Profit eine Position, speichert MT5 das auslösende Niveau im Deal (
[sl 3902.31]). Die Differenz zum tatsächlichen Ausführungskurs ist die Slippage, die der Trader real bezahlt oder geschenkt bekommt.
Live-Test · alle Konten im ATS-Tracker
| Echtgeld-Konten | 64 |
|---|---|
| Geschlossene Trades | 39.349 |
| Gehandeltes Volumen | 1.320 Lots |
| Zeitraum | 03.06.2025 – 02.11.2026 |
| Gesellschaft (laut Tracker) | Raw Trading Ltd (61), International Capital Markets Pty. Ltd. (2), IC Markets (EU) Ltd (1) |
| Plattform | MT5 49 · MT4 15 |
| Kontotyp (aus der berechneten Kommission) | mit Kommission (Raw/ECN/Prime) 56 (MT5 46, MT4 10) · ohne Kommission (Standard/Pro) 7 · nicht bestimmbar 1 |
| Scalper-EAs | 12 (MT5 9, MT4 3) · Haltedauer im Median unter 15 Min. oder Hälfte der Trades unter 5 Min. |
| Fill-Art | Fills | Median | Mittel | 90 % | 99 % | exakt | besser | schlechter |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gold Stop-Loss (USD je Lot) | 4.041 | 6,0 | 16,4 | 45,0 | 222,0 | 6,9 % | 18,2 % | 74,9 % |
| Gold Take-Profit (USD je Lot) | 1.142 | -4,0 | -34,3 | 26,0 | 296,0 | 7,8 % | 64,8 % | 27,4 % |
| FX Stop-Loss (Pips) | 528 | 0,10 | 0,33 | 0,60 | 8,60 | 28,6 % | 12,7 % | 58,7 % |
| FX Take-Profit (Pips) | 1.885 | 0,00 | -0,12 | 0,10 | 0,20 | 47,1 % | 39,9 % | 13 % |
| Fill-Art | Fills | Median | Mittel | 90 % | 99 % | exakt | besser | schlechter |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Scalper-Konten (USD je Lot) | 2.572 | 5,0 | 10,5 | 32,0 | 116,0 | 7 % | 19,4 % | 73,7 % |
| übrige Konten (USD je Lot) | 1.469 | 8,0 | 26,7 | 70,0 | 414,0 | 6,7 % | 16,2 % | 77,1 % |
Kontotypen, Server und Plattformen
Die Stichprobe ist eindeutig: 56 von 64 Konten laufen auf dem Raw-Spread-Tarif (3,50 USD je Lot und Seite), nur 7 auf dem kommissionsfreien Standard-Konto. 49 Konten handeln über MT5, 15 über MT4. Fast alle liegen bei der globalen Gesellschaft Raw Trading Ltd (FSA Seychellen), also auf den Servern ICMarketsSC-MT5-x bzw. ICMarketsSC-Live-x. Für die EU-Gesellschaft (CySEC) enthält der Tracker nur ein einziges Konto. Die Messwerte beschreiben daher in erster Linie die internationale IC-Infrastruktur. Wer als EU-Kunde über icmarkets.eu eröffnet, landet auf eigenen Servern, die wir hier nicht separat belegen können.
Gehandelt wird vor allem Gold: Bei 30 Konten ist XAUUSD das Hauptsymbol. Danach folgen EUR/USD, GBP/USD, Index-CFDs und Cross-Paare.
Slippage: Stops kosten wenig, Take-Profits werden verbessert
Der wichtigste Befund betrifft die Symmetrie der Ausführung:
- Stop-Loss auf Gold: Ein ausgelöster Stop wird zum nächsten verfügbaren Kurs gefüllt. Im Median kostet das 6,00 USD je Lot, im Mittel 16,40 USD je Lot (gemessen an 4.041 Fills). In 18,2 % der Fälle füllt IC den Stop sogar besser als das Niveau.
- Take-Profit auf Gold: In 64,8 % der Fälle gibt es eine Kursverbesserung, im Median -4,00 USD je Lot zugunsten des Traders (negatives Vorzeichen = Gewinn).
- Netto über alle Gold-Exits: Es bleiben 5,20 USD je Lot gegen den Trader, weniger als die Kommission eines Round-Turns (7 USD).
- Forex: Hier ist das Bild noch ruhiger. Stops kosten im Median 0,10 Pips, Take-Profits werden im Median exakt oder besser gefüllt. Netto über alle FX-Exits liegt die Slippage bei -0,02 Pips, also praktisch bei null.
Ein Broker, der nur negative Slippage weitergibt, würde bei Take-Profits fast nie besser füllen. Dass IC Kursverbesserungen bei Take-Profits mehrheitlich weitergibt, ist der stärkste Hinweis auf echte Durchleitung ohne einseitiges „Last Look". Die Ausreißer sind ehrlich zu benennen: Das 99-%-Quantil liegt bei Gold-Stops bei rund 222,00 USD je Lot, bei FX-Stops bei 8,60 Pips. Das sind Kurslücken zu News und zum Wochenstart, die jeder Broker durchreicht.
Eignung für Scalper und EAs
12 der Konten sind klare Scalper (Haltedauer im Median unter 15 Minuten), die übrigen sind Intraday- und Swing-EAs mit Haltedauern von einer Viertelstunde bis über einen Tag. Gerade die Scalper kommen bei IC gut weg: Ihre Gold-Stops kosten im Median 5,00 USD je Lot, beim 99-%-Quantil 116,00 USD je Lot. Bei den übrigen Konten sind es 8,00 USD je Lot bzw. 414,00 USD je Lot. Enge, häufige Stops in liquiden Phasen werden also sehr sauber gefüllt. Teurer wird es für Systeme, die Stops über News oder das Wochenende halten. Das liegt am Markt, nicht an IC.
Für die Kostenrechnung eines Gold-Scalpers auf dem Raw-Konto heißt das: 7 USD Kommission je Lot (Round-Turn) plus Spread plus einige Dollar Exit-Slippage. Auf EUR/USD sind es 0,7 Pips Kommission plus der Raw-Spread (laut Faktenbox: 0,0 Pips (Raw, Ø EUR/USD 0,1)) bei netto neutraler Slippage.
Im Vergleich: BlackBull und RoboForex
Mit derselben Methode haben wir auch die Konten unserer beiden anderen Partner-Broker ausgewertet. Bei Gold-Stops liegen IC Markets und RoboForex gleichauf, BlackBull ist deutlich teurer. Bei Take-Profits gibt RoboForex Kursverbesserungen am konsequentesten weiter.
Live-Test im Vergleich · alle Konten im ATS-Tracker
| Kennzahl | IC Markets | BlackBull | RoboForex |
|---|---|---|---|
| Echtgeld-Konten | 64 | 126 | 62 |
| Geschlossene Trades | 39.349 | 64.902 | 26.244 |
| MT5 / MT4 | 49 / 15 | 97 / 29 | 53 / 9 |
| mit / ohne Kommission | 56 / 7 | 95 / 25 | 11 / 51 |
| Scalper-Konten | 12 | 22 | 10 |
| Gold-Stop-Loss, Median (USD je Lot) | 6,0 | 15,0 | 6,0 |
| Gold-Stop-Loss, Mittel (USD je Lot) | 16,4 | 26,8 | 14,8 |
| Gold-Take-Profit mit Kursverbesserung | 64,8 % | 50,2 % | 86,5 % |
| Gold netto je Exit (USD je Lot) | 5,2 | 20,9 | 0,8 |
| FX-Stop-Loss, Median (Pips) | 0,10 | 0,10 | 0,10 |
| FX netto je Exit (Pips) | -0,02 | -0,13 | -0,09 |
Was die Daten nicht zeigen
Ehrlich eingeordnet:
- Spreads stehen nicht in den Tracker-Daten, dort sind nur Ausführungen erfasst, keine Kursstellung. Der Spread stammt aus IC-eigenen Angaben.
- Einstiegs-Slippage von Market-Orders ist nicht messbar, weil der angefragte Kurs nicht gespeichert wird.
- MT4-Konten speichern das SL/TP-Niveau nicht und zählen deshalb nur für Kontotyp und Profil.
- Die Auswahl der Konten trifft ATS, nicht der Zufall. Die Stichprobe ist zudem goldlastig.
Den Test aktualisieren wir mit neuen Daten aus dem Tracker. Wer IC Markets selbst testen will: Konto bei IC Markets eröffnen (Partnerlink). Wir erhalten eine Vergütung, wenn du über diesen Link ein Konto eröffnest. Für dich ändert sich an den Konditionen nichts.
EA- & Algo-Eignung
Kompromisslos: EAs, Scalping und Hedging sind ohne Einschränkungen erlaubt, restriktive Mindestabstände für Stop- und Limit-Orders gibt es nicht. Mit MT4, MT5, cTrader und TradingView stehen vier Plattformen bereit, und aktive Trader erhalten einen kostenlosen Low-Latency-VPS (ab 15 Lots FX/Metalle pro Monat; wer die Schwelle zwei Monate in Folge verfehlt, verliert ihn) mit direkter Anbindung an die Handelsserver – der Baustein für den unterbrechungsfreien 24/7-Betrieb. Die riesige EA-Community rund um IC Markets ist zudem ein praktischer Vorteil: Die meisten kommerziellen EAs und Setfiles sind auf dieses Umfeld kalibriert.
Konditionen, Ein-/Auszahlung & Support
Global gibt es keine Mindesteinzahlung, die australische Entity nennt 200 USD als Startbetrag; der Hebel reicht je nach Entity dynamisch bis 1:5000 (EU: 1:30). Neu im globalen Angebot sind die Konten Raw Pro (1,50 USD/Seite ab 5.000 USD Einlage) und Raw Pro+. Ein- und Auszahlungen decken Karten, Banküberweisung, PayPal und gängige E-Wallets ab und werden zügig und in der Regel gebührenfrei bearbeitet; der Support ist 24/7 erreichbar. Das Produktspektrum (FX, Indizes, Rohstoffe, Aktien-CFDs, Krypto) ist breit. Abzüge gibt es – wie bei der Schwester-Marke – vor allem beim eigenen Schulungs- und Research-Angebot, das gegenüber spezialisierten Anbietern dünn bleibt.
Fazit
IC Markets ist für Algo- und EA-Trader eine Top-Empfehlung: das Raw-Spread-Original mit erstklassiger Ausführung, freiem VPS, vier Plattformen und null Strategie-Einschränkungen – und gegenüber der Schwester-Marke mit dem stärkeren regulatorischen Kern (ASIC/CySEC). Der einzige echte Abwägungspunkt bleibt der Hebel: EU-Kunden leben mit 1:30, international geht es dynamisch bis 1:5000. Unterm Strich einer der besten Broker seiner Klasse für automatisiertes Trading.