Überblick
FxPro ist seit 2006 am Markt und gehört zu den etablierten Namen im europäischen CFD-Geschäft. Für EA-Trader relevant sind vor allem drei Punkte: No-Dealing-Desk-Ausführung über Server im Londoner Equinix LD4, eine breite Plattform-Auswahl mit MT4, MT5, cTrader und TradingView und die Aufsicht durch FCA und CySEC. Bei den Kosten ist FxPro dagegen Mittelfeld: 3,50 USD pro Lot und Seite auf den Raw-Konten, kostenloser VPS nur für VIP-Kunden. Wichtig für den DACH-Raum: Die günstigsten Kontomodelle (Raw+ und Elite) gibt es nur bei der Bahamas-Gesellschaft.
Regulierung & Sicherheit
FxPro arbeitet über mehrere Gesellschaften: FxPro UK Limited ist seit 2010 von der FCA zugelassen (509956), FxPro Financial Services Ltd von der zyprischen CySEC (078/07) und zusätzlich von der südafrikanischen FSCA (45052) autorisiert. FxPro Global Markets Ltd hält eine Lizenz der Securities Commission of The Bahamas (SCB, SIA-F184).
Kunden aus Deutschland, Österreich und dem EWR landen in der Regel bei der CySEC-Entity und damit im ESMA-Rahmen mit Hebelbegrenzung auf 1:30 für Privatkunden. Zwei Top-Tier-Aufsichten plus eine Tier-2-Lizenz (FSCA) und eine Offshore-Lizenz (SCB) ergeben nach unserer Methodik 4,4. Für das Spitzenband fehlt eine dritte Top-Tier-Aufsicht, wie sie etwa Pepperstone mit ASIC und BaFin hat.
Kosten
FxPro hat mehrere Kostenmodelle, und welche davon verfügbar sind, hängt von der Jurisdiktion ab:
- Standard (MT4/MT5): keine Kommission, Aufschlag im Spread – für aktive EAs die teurere Wahl.
- Raw bzw. Raw+ (MT4/MT5): Spreads ohne Aufschlag auf FX und Metalle, 3,50 USD pro Lot und Seite, also 7 USD Round-Turn. Raw+ mit 0,0 Spread auf FX und Gold ist laut FxPro nur für Kunden der Bahamas-Entity (FxPro Global Markets) verfügbar, ebenso das Elite-Konto ab 30.000 USD Einlage mit Kommissionsrabatten.
- cTrader: 35 USD pro 1 Mio. USD Volumen und Seite. Für ein Lot EUR/USD rechnet FxPro das in der Basiswährung ab – 3,50 € je Seite, 7 € Round-Turn.
Mit 7 USD bzw. 7 € Round-Turn liegt FxPro im Mittelfeld der Raw-Anbieter. Dazu kommen der VPS für 30 USD im Monat (sofern kein VIP-Status) und eine Inaktivitätsgebühr, die Drittquellen wie BrokerChooser nach sechs Monaten ohne Handel nennen. Positiv: FxPro selbst erhebt keine Gebühren auf Ein- und Auszahlungen. In Summe 4,1.
Ausführung
Hier ist FxPro stark aufgestellt: Die Handelsserver stehen laut FxPro in Equinix LD4 in London, sind per Cross-Connect mit Tier-1-Banken verbunden und bündeln die Liquidität über den hauseigenen Aggregator Quotix. Alle Kundenorders werden ohne Eingriff eines Dealing Desks ausgeführt, die meisten laut FxPro in unter 8 Millisekunden. Das ist konkreter dokumentiert als bei vielen Wettbewerbern, stammt aber ausschließlich vom Broker selbst; unabhängige Messungen haben wir nicht gefunden. Deshalb 4,6 – oberes Ende des zweiten Bands, nicht Spitzenband.
EA- & Algo-Eignung
FxPro erlaubt Expert Advisors auf MT4 und MT5 und cBots (cTrader Algos) auf cTrader; Hedging ist auf den meisten Kontotypen möglich, Scalping-EAs nennt FxPro ausdrücklich als unterstützte Strategie. Mit MT4, MT5, cTrader und TradingView deckt FxPro alle gängigen Algo-Umgebungen ab – von MQL über C# bis Pine Script.
Der Haken ist der VPS: Er kostet 30 USD im Monat und ist nur für VIP-Konten kostenlos, die FxPro typischerweise ab rund 50.000 USD Einlage oder hohem Handelsvolumen vergibt. Für kleinere EA-Konten lohnt sich meist ein eigener VPS – worauf es dabei ankommt, steht in unserem VPS-Ratgeber für EAs. Nach Raster 4,6: Plattform-Seite auf Spitzenniveau, VPS-Schwelle zu hoch für das Top-Band.
Konditionen, Ein-/Auszahlung & Support
FxPro verlangt keine feste Mindesteinlage, empfiehlt aber 1.000 USD. Konten lassen sich unter anderem in EUR, CHF, USD und GBP führen – für DACH-Trader angenehm, weil Währungsumrechnungen entfallen. Neben FX handelt man Metalle, Indizes, Energie, Futures, Krypto und über 2.000 Aktien-CFDs. Der Hebel ist für EU-/UK-Privatkunden auf 1:30 begrenzt; FxPro nutzt zusätzlich einen dynamischen Hebel, der mit steigendem Volumen je Instrument sinkt. Swap-freie Konten gibt es auf Anfrage. Konditionen: 4,4.
Ein- und Auszahlungen laufen per Banküberweisung (SEPA laut FxPro meist am selben Werktag), Karte, PayPal, Skrill, Neteller und lokalen Methoden; FxPro selbst berechnet dafür nichts, Gebühren von Banken oder Zahlungsdienstleistern sind möglich. Der Support ist 24/5 per Live-Chat, E-Mail und Telefon erreichbar, in über 20 Sprachen. Ob Deutsch dazugehört, konnten wir nicht verifizieren. Das ergibt 4,3.
Fazit
FxPro ist ein seriöser, breit aufgestellter Broker mit sauberer Infrastruktur für EAs: LD4-Server, No-Dealing-Desk-Ausführung, vier Algo-taugliche Plattformen und FCA-/CySEC-Aufsicht. Wer auf cTrader oder MT5 automatisiert handeln und dabei EUR- oder CHF-Konten nutzen will, findet hier ein stimmiges Paket. Kostenoptimierer im DACH-Raum sollten aber bedenken, dass die günstigsten Kontomodelle der Bahamas-Entity vorbehalten sind und der Gratis-VPS erst ab VIP-Status greift. Bei reinen Handelskosten liegen spezialisierte ECN-Broker aus unserem Vergleich der ECN-Broker für EAs vorn.