Was South East EA ist
South East EA von Sugianto (MQL5-Market, 250 USD) ist ein Multi-Symbol-Grid, das der Vendor selbst als „grid averaging with mild martingale“ beschreibt: Läuft ein Trade gegen die Position, wird zu besseren Kursen nachgelegt, die Lot-Größe steigt dabei moderat, und der ganze Korb schließt im Plus. Dazu kommen ein virtueller Stop-Loss/Take-Profit, ein News-Filter und ein Drawdown-Cutloss, der bei einer eingestellten Schwelle alles glattstellt. Der EA ist seit August 2021 im Market, wird gepflegt (Version 4.50 vom Juni 2026) und liefert Setfiles für 20 Paare.
Wir fahren South East EA seit dem 27. Mai 2026 auf einem eigenen Live-Konto (RoboForex ECN, MT5, 3.000 USD Startkapital). Die Zahlen unten stammen aus dem Space Tracker dieses Kontos.
Die Zahlen aus unserem Konto
Stand 20. September 2026, nach 115 Tagen und 807 geschlossenen Trades:
- Gewinn: +56,5 % (1.552 USD realisiert, 542 USD zwischenzeitlich ausgezahlt) — +12,7 % pro Monat
- Profit-Faktor 2,68, Trefferquote 74 %
- Max. Floating Loss −42,7 %, max. Equity-Drawdown 41 %
- 21 offene Positionen am Stichtag mit −142 USD Floating
- Lot-Größe zwischen 0,01 und 0,20 — die Martingale-Progression ist im Tradelog sichtbar
- Ø Haltedauer 70 Stunden, längste Verlustserie nur 3 Trades
Monat für Monat: Mai (ab 27.) +68 $, Juni +460 $, Juli +656 $, August +356 $, September (bis 18.) +356 $. Das Ergebnis verteilt sich über 18 Paare; NZDCHF ist mit +705 $ das stärkste, gefolgt von EURUSD (+251 $), EURNZD (+167 $) und GBPUSD (+151 $). Kein Paar ist negativ.
Die zwei Gesichter dieses EA
Wirtschaftlich ist South East der stärkste Grid-EA, den wir dieses Jahr im Park hatten: Jeder volle Monat positiv, Profit-Faktor über 2,5, breite Streuung. Genau deshalb haben wir ihn bewusst nicht als Copy-Signal gelistet — denn die zweite Zahl ist die, die zählt: Zwischenzeitlich standen die offenen Körbe 42,7 % unter Wasser. Wer das Konto in diesem Moment geschlossen hätte, hätte fast die Hälfte verloren. Dass der Markt zurückkam, ist der Grund für die +56 % — nicht die Strategie.
Die Lot-Progression von 0,01 auf 0,20 auf demselben Konto zeigt, was „mildes Martingale“ in der Praxis heißt: Der zwanzigste Nachkauf ist zwanzigmal so groß wie der erste. Und 15–25 gleichzeitig offene Positionen über 18 Paare, die im Schnitt drei Tage laufen, bedeuten: Der EA hält praktisch jedes Wochenende Körbe offen. Ein Montags-Gap in die falsche Richtung trifft dann nicht ein Paar, sondern alle korrelierten zugleich — unser Ratgeber zu Korrelation & kombiniertem Drawdown erklärt, warum das ein Klumpenrisiko ist, kein Portfolio.
Was für den EA spricht: Der Vendor verschweigt nichts davon. Die Produktseite nennt 500 USD ausdrücklich „high risk“, empfiehlt 2.000 USD, dokumentiert den Martingale-Anteil und liefert den Drawdown-Cutloss gleich mit. Das ist mehr Ehrlichkeit als bei vielen teureren Konkurrenten — und der Grund für die 3,5 bei Transparenz.
Kosten & Bedienung
250 USD Kauf oder 150 USD Monatsmiete sind im Vergleich zu 800–3.000 USD für ähnliche Grid-Systeme fast symbolisch; auf unserem Konto war die Lizenz nach zwei Wochen bezahlt. Die Einrichtung ist Setfile-Arbeit: Ein Chart je Paar, Setfile laden, Cutloss-Schwelle setzen. Wir empfehlen, den Drawdown-Cutloss auf höchstens 25 % zu stellen und die Zahl der gleichzeitig gehandelten Paare zu begrenzen — der EA kann das. Ein ECN-Broker mit Hedging-Konto ist Pflicht (siehe EA-Broker-Vergleich).
Für wen (nicht) geeignet
Geeignet für erfahrene Grid-Trader mit mindestens 3.000 USD Kapital, die den Cutloss aktiv setzen, Wochenend-Exposure bewusst tragen und den EA als Renditebaustein mit hartem Deckel im EA-Portfolio budgetieren.
Nicht geeignet für Prop-Firm-Konten (−42 % Floating Loss reißt jede Regel), für Konten unter 2.000 USD, für Copy-Trading-Abonnenten, die nur die Balance-Kurve sehen — und für alle, die +12 % im Monat für wiederholbar halten.
Fazit
South East EA ist ein ehrlich beschriebenes, gut gepflegtes und wirtschaftlich beeindruckendes Grid-System, das seine Rendite mit echtem Blow-up-Risiko bezahlt. Unsere 3,3/5 spiegeln beides: hohe Werte für Track, Preis und Vendor-Ehrlichkeit, klare Abwertung beim Strategie-Risiko. „Gelb“ heißt hier: fahrbar, aber nur mit Cutloss, Kapitalpuffer und dem Wissen, dass die −42,7 % vom Sommer 2026 keine Ausnahme waren, sondern die Bauart.