Was South East EA ist
South East EA von Sugianto (MQL5-Market, 250 USD) ist ein Multi-Symbol-Grid, das der Vendor selbst als „grid averaging with mild martingale“ beschreibt: Läuft ein Trade gegen die Position, wird zu besseren Kursen nachgelegt, die Lot-Größe steigt dabei moderat, und der ganze Korb schließt im Plus. Dazu kommen ein virtueller Stop-Loss/Take-Profit, ein News-Filter und ein Drawdown-Cutloss, der bei einer eingestellten Schwelle alles glattstellt. Der EA erschien im August 2021, wird gepflegt (Version 4.50 vom Juni 2026) und liefert Setfiles für 20 Paare.
Was die Bauart bedeutet
Ein Grid mit Martingale-Anteil verdient, weil der Markt zurückkommt, nicht weil der EA die Richtung vorhersagt. Solange er zurückkommt, schließen die Körbe im Plus und die Bilanzkurve wirkt ruhig. Zwischendurch können die offenen Körbe aber tief unter Wasser stehen; wer in so einem Moment schließen muss, realisiert den vollen Verlust. Die Balance zeigt davon nichts — das sieht man nur an Equity und Floating Loss.
„Mildes Martingale“ heißt in der Praxis: Jeder Nachkauf ist größer als der vorige, ein langer Gegenlauf vervielfacht die Positionsgröße. Und weil der EA viele Paare parallel handelt und Körbe oft über mehrere Tage hält, sind praktisch an jedem Wochenende Körbe offen. Ein Montags-Gap in die falsche Richtung trifft dann nicht ein Paar, sondern alle korrelierten zugleich — unser Ratgeber zu Korrelation & kombiniertem Drawdown erklärt, warum das ein Klumpenrisiko ist, kein Portfolio.
Was für den Vendor spricht: Er verschweigt nichts davon. Die Produktseite nennt 500 USD ausdrücklich „high risk“, rät zu 2.000 USD, dokumentiert den Martingale-Anteil und liefert den Drawdown-Cutloss gleich mit. Das ist mehr Offenheit als bei vielen teureren Konkurrenten.
Wer South East selbst prüfen will, startet auf einem Demokonto und beobachtet nicht die Balance, sondern Equity, Floating Loss, die Lot-Größen im Tradelog und wie viele Körbe über das Wochenende offen bleiben.
Kosten & Bedienung
250 USD Kauf oder 150 USD Monatsmiete sind im Vergleich zu 800–3.000 USD für ähnliche Grid-Systeme günstig. Die Einrichtung ist Setfile-Arbeit: ein Chart je Paar, Setfile laden, Cutloss-Schwelle setzen. Den Drawdown-Cutloss sollte man bewusst eng einstellen und die Zahl der gleichzeitig gehandelten Paare begrenzen — der EA kann beides. Ein ECN-Broker mit Hedging-Konto ist Pflicht (siehe EA-Broker-Vergleich).
Für wen die Bauart passt (und für wen nicht)
Passt grundsätzlich zu erfahrenen Grid-Tradern mit Kapital deutlich über der Mindesteinlage, die den Cutloss aktiv setzen, Wochenend-Exposure bewusst tragen und den EA mit hartem Deckel im EA-Portfolio budgetieren.
Passt nicht zu Prop-Firm-Konten mit harten Drawdown-Regeln, zu Konten unter der vom Vendor genannten Einlage, zu Copy-Trading-Abonnenten, die nur die Balance-Kurve sehen — und zu allen, die die Erträge eines Grids für wiederholbar halten.
Einordnung
South East EA ist ein offen beschriebenes, gepflegtes und günstiges Grid-System mit Martingale-Anteil. Seine Erträge hängen davon ab, dass der Markt zurückkommt; das Risiko steckt in den offenen Körben, nicht in der Bilanz. Wer ihn einsetzt, braucht einen bewusst gesetzten Cutloss, einen Kapitalpuffer und den Blick auf die Equity.
South East EA gibt es nicht bei unserem Partner AlgoTradingSpace (ATS). Wir bewerten ihn trotzdem nach derselben Formel wie alle EAs, verlinken aber nicht zum Anbieter.
