Überblick
IG ist seit 1974 am Markt und einer der größten CFD-Anbieter weltweit. Kunden in Deutschland werden von der IG Europe GmbH mit Sitz in Frankfurt betreut. IG bietet über 17.000 Märkte, eine eigene Web-Plattform und App, ProRealTime, TradingView, den L2 Dealer und eine API. Für EA-Trader ist aber vor allem das MT4-Angebot entscheidend, und das ist deutlich schmaler als das Hauptprodukt. Diese Bewertung konzentriert sich deshalb auf die Frage, wie gut sich IG für automatisierte Strategien eignet. Knock-Outs und Optionen spielen hier keine Rolle.
Regulierung & Sicherheit
Regulatorisch spielt IG in der obersten Liga. Die IG Europe GmbH (HRB 115624, Registernummer 148759) ist von der BaFin und der Deutschen Bundesbank autorisiert und reguliert. Deutsche Kunden handeln damit bei einem Institut unter deutscher Aufsicht, was bei CFD-Brokern nicht selbstverständlich ist. Der Konzern ist außerdem von der FCA, der ASIC, der FINMA, der MAS, der japanischen JFSA, der US-amerikanischen CFTC/NFA sowie von FSCA, FMA und DFSA reguliert. Nach unserem Raster („drei+ Top-Tier-Aufsichten inkl. EU/UK“) ergibt das 4,8, den oberen Rand des Bandes, weil die für DACH-Kunden zuständige Entity selbst unter BaFin-Aufsicht steht.
Kosten
Hier liegt die Schwäche für EA-Trader. IG berechnet auf Forex-CFDs keine Kommission, die Kosten stecken vollständig im Spread. Auf MT4 beginnt EUR/USD bei 0,6 Pips, GBP/USD bei 0,9 und USD/JPY bei 0,7. Die von IG veröffentlichten Durchschnittsspreads für EUR/USD liegen bei 0,85 Pips (00:00–21:00 Uhr) bzw. 1,04 Pips über den ganzen Handelstag. Diese Werte stammen allerdings aus einem Messzeitraum bis Januar 2021 und sind damit alt. Ein Rohspread-Konto mit Kommission gibt es nicht. Im Alltag liegen die Kosten also eher bei rund 8,5–10 USD je Round-Turn-Lot als bei den 6–7 USD guter ECN-Konten. Nach unserem Raster („nur kommissionsfreie Konten mit ≥ 1,0 Pip“) vergeben wir 3,8. Eine Inaktivitätsgebühr haben wir auf der deutschen Seite nicht gefunden: Nach 24 Monaten ohne Aktivität wird das Konto geschlossen, das Guthaben bleibt erhalten.
Ausführung
IG arbeitet als Market Maker: Laut den Unterlagen zu den Handelsplätzen tritt IG bei den außerbörslich gehandelten CFDs selbst als Handelsplatz und Gegenpartei auf. Für die MT4-Plattform nennt IG eine Verfügbarkeit von über 99 % (99,74 % in den sechs Monaten bis Dezember 2023). Unabhängige Messungen zu Latenz oder Slippage für MT4 haben wir nicht gefunden. Der VPS steht bei Beeks in London, einen Equinix-Standort für die Handelsserver nennt IG nicht. Unser Raster sieht für Market Maker maximal 3,7 vor. Diese Note vergeben wir. Ob die Größe des Konzerns das Gegenparteirisiko in der Praxis mindert, bildet das Raster bewusst nicht ab.
EA- & Algo-Eignung
IG bietet mehr Wege zum automatisierten Handel als die meisten Broker. Es gibt aber nur ein MetaTrader-Terminal: MT4 mit 18 zusätzlichen Add-ons und Indikatoren. MT5 wird nicht angeboten, ebenso wenig cTrader. Dazu kommen ProRealTime mit automatisiertem Trading (kostenlos ab vier Trades im Monat, sonst 30 EUR) und eine REST- und Streaming-API, mit der sich eigene Programme direkt an das IG-Konto anbinden lassen. Der MT4-VPS bei Beeks in London (25 GB Speicher, 1.300 MB RAM) ist ab 6.000 EUR Kontostand kostenlos, darunter kostet er 50 EUR pro Monat. Explizite Regeln zu Scalping oder Hedging auf MT4 veröffentlicht IG nicht. Nach unserem Raster („erlaubt, aber nur eine MT-Plattform“) läge IG bei höchstens 4,2. Die API und ProRealTime heben die Note innerhalb des Bandes, die fehlende MT5-Option verhindert mehr: 4,1. Wer zwischen den Terminals abwägt, findet in MT4 vs. MT5 für Algo-Trading die Unterschiede.
Konditionen, Ein-/Auszahlung & Support
Per Banküberweisung gibt es keinen Mindestbetrag. Privatkunden handeln nach ESMA mit maximal 1:30 (3,33 % Margin auf Major-FX). Das Gesamtangebot umfasst über 17.000 Märkte, auf MT4 sind aber nur Forex, Indizes, Öl, wichtige Metalle und Kryptos handelbar. Weitere Kontowährungen neben EUR weist IG öffentlich nicht aus. Das ergibt 4,1.
Eingezahlt wird per Banküberweisung (drei bis fünf Werktage), Visa/Mastercard oder PayPal (beide sofort). Gebühren für Kreditkartenzahlungen reicht IG von Drittanbietern weiter. Auszahlungen auf Karte oder PayPal sind erst ab 150 EUR möglich, außer der verfügbare Betrag ist kleiner. Der deutschsprachige Support ist montags bis freitags von 8:30 bis 20:00 Uhr erreichbar, ein englischsprachiges Team rund um die Uhr. Das ergibt 4,3.
Fazit
IG ist kein klassischer EA-Broker, aber ein sehr sicherer. Wer Wert auf BaFin-Aufsicht, einen Konzern mit über 50 Jahren Historie und eigene Algo-Lösungen über API oder ProRealTime legt, ist hier gut aufgehoben. Für kostenintensive MT4/MT5-EAs spricht dagegen einiges gegen IG: kein MT5, kein Rohspread-Konto, Market-Maker-Ausführung und ein VPS erst ab 6.000 EUR. Die gewichtete Gesamtnote liegt bei 4,1. Wer vor allem niedrige Kosten und MT5 sucht, sollte die ECN-Broker für EAs vergleichen. Eine Übersicht über Broker mit Gratis-VPS findest du unter Broker mit kostenlosem VPS.